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Vom Krieg
ins Fußballcamp

86 junge Kicker:innen aus Saporischja

 

Mitte April landen 86 junge Kicker:innen der Fußballakademie Metalurg Saporischschja nach einer mehrtägigen Odyssee durch Europa am Wiener Hauptbahnhof. Einige der Burschen und Mädchen sind im selben Alter wie meine Kinder, nämlich zwischen 6 und 16 Jahren. Sie haben dieselben Träume, dieselben Wünsche und erfreuen sich mit ganzer Leidenschaft an demselben Hobby - dem  Fußball. Noch vor wenigen Wochen bereiteten sie sich bei sich zuhause auf die nächsten Spiele der Saison vor. Doch dann riss sie der brutale russische Angriffskrieg Vladimir Putins jäh aus ihrem friedlichen und gewohnten Leben und sie mussten vor den Bomben fliehen.

Als mir meine Schiedsrichterkollegin Sara Telek vom Schicksal der jungen Fußballer erzählte, fand ich bei Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler sofort ein offenes Ohr und wir beschlossen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Kinder aus der umkämpften Stadt nicht nur ins sichere Ausland, sondern auch an einen Ort zu bringen, wo sie auch weiterhin ihren Sport betreiben können. Ein erster Zwischenschritt ist nun gelungen.

Die Sportunion Österreich musste von uns nicht lange um Mithilfe gebeten werden. Sie haben in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen im salzburgischen Bad Gastein mehrere Wochen Sportferien organisiert und kümmern sich um Unterkunft, Verpflegung und Betreuung und vor allem: die Kinder und Jugendlichen können dort wieder Fußball spielen. Danke an Michaela Bartel für den Einsatz und an LH-Stv. und Soziallandesrat Heinrich Schellhorn und LH Wilfried Haslauer und ihre Teams für die unkomplizierte Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

Es war jedoch ein weiter Weg bis Vizekanzler Werner Kogler und ich die Burschen am Bahnhof empfangen konnten, auch im übertragenen Sinne. Viele helfende Köpfe und Hände mussten tatkräftig mitwirken, damit dieses Hilfsprojekt auch tatsächlich in die Realität umgesetzt werden konnte. Ihnen allen gebührt großer Dank!

Großartige Hilfeleistung

 

Großartiges leisten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Polnische Bahn PKP. Sie haben nicht nur diese Kinder und ihre Begleiterinnen, sondern mittlerweile bereits Millionen von Menschen in Sicherheit gebracht und sorgen nicht nur für den Transport, sondern gehen weit über ihre Grenzen, um für alle die Menschen, die plötzlich ihre Heimat verlassen müssen, sichere Schlafplätze und Verpflegung zu organisieren. Von beiden Transportunternehmen haben auch wir für unsere Aktion viel Unterstützung erhalten.

Auf den Bahnhöfen selbst leistet vor allem die Caritas enorm viel. Mit einem freundlichen Lächeln und einem netten Wort heißen die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer die Ankommenden willkommen – natürlich nicht nur „unsere“ Kinder. Ich reiste mit ihnen weiter nach Salzburg und konnte mich davon überzeugen, dass die Registrierung der Ankommenden im Messezentrum vom Österreichischen Roten Kreuz und der Polizei Salzburg perfekt organisiert ist.

Ein besonderer Dank gilt auch dem Krisenstab der Österreichischen Botschaft (Krisenteam Ushgorod), der Österreichischen Botschaft in Warschau, dem Flüchtlingskoordinator im Bundeskanzleramt GM Michael Takács, der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) und dem Bundesministerium für Inneres und all jenen, die sich dafür eingesetzt haben, dass dieses Projekt gelingen kann. Ohne deren entschlossene Mithilfe und die gute Zusammenarbeit hätten wir es nicht geschafft, die Nachwuchsfußballer zu uns nach Österreich zu holen und ihnen diese hoffentlich unbeschwerten Wochen zu schenken.

Als Mutter kann ich gut nachfühlen, wie schmerzvoll es sein muss, die eigenen teils noch so jungen Kinder auf diese weite und streckenweise auch gefährliche Reise in die Fremde zu schicken. Viele von ihnen waren zuvor noch nie im Ausland. Ich freue mich daher sehr, dass alle sicher eingetroffen sind und ihnen das wunderschöne Bad Gastein für die nächste Zeit eine Ersatzheimat sein kann. Gleichzeitig hoffe ich, dass sie möglichst bald wieder in eine friedliche Ukraine zurückkehren können.

Agnes Sirrka Prammer:

„Der brutale russische Angriffskrieg hat diese Jugendlichen jäh aus ihrem friedlichen und gewohnten Leben gerissen. Sie waren mit vollem Elan dabei, sich auf ihre Karriere als Profifußballer vorzubereiten. Nun müssen sie vor Krieg und Terror fliehen. Ich bin froh, dass wir den jungen Sportlern hier in Österreich einen sicheren Hafen bieten können, zumal auch mit der Möglichkeit, ihrer Leidenschaft für den Fußball weiter nachzugehen.“